Der Moment, in dem ihr euch zum ersten Mal in eurer Hochzeitsgarderobe seht, ist einer der emotionalsten Augenblicke des ganzen Tages. Traditionell geschieht das erst beim Einzug zur Zeremonie vor den Augen all eurer Gäste. Doch immer mehr Paare entscheiden sich für den sogenannten „First Look“ vorab.
Ist das die richtige Wahl für euch? Wir wiegen das Pro und Contra ab, damit ihr die Entscheidung trefft, die sich für euch richtig anfühlt.
Was ist eigentlich ein „First Look“?
Ganz simpel: Ihr trefft euch vor der offiziellen Trauung an einem ruhigen Ort, ganz allein (na gut, ich bin mit der Kamera im Hintergrund dabei 😉). Ihr seht euch, könnt euch umarmen, weinen und diesen riesigen Moment ganz für euch genießen, bevor der Trubel losgeht.
Pro: Warum ein First Look fantastisch ist
1. Pure Intimität ohne Zuschauer
In der Kirche oder im Standesamt schauen 50 bis 100 Augenpaare auf euch. Das ist wunderschön, kann aber auch Druck erzeugen. Beim First Look könnt ihr euren Emotionen freien Lauf lassen. Ihr könnt euch küssen, flüstern, wie toll der andere aussieht, und einfach mal tief durchatmen.
2. Die Nervosität sinkt
Viele Paare berichten, dass die größte Anspannung abfällt, sobald sie sich zum ersten Mal gesehen und angefasst haben. Den Gang zum Altar genießt ihr danach oft viel entspannter, weil der „erste Schock“ (im positiven Sinne!) schon verdaut ist.
3. Zeitplan & frisches Styling
Wenn wir den First Look machen, ziehen wir oft das Paarshooting direkt vor.
Vorteil: Euer Make-up und eure Haare sind noch zu 100 % perfekt.
Zeit-Joker: Ihr seid nach der Trauung sofort für eure Gäste da und müsst nicht für 45 Minuten verschwinden.
Contra: Was dagegen spricht
1. Das „Altar-Gefühl“
Für viele ist der Moment, in dem die Musik einsetzt und die Braut den Gang entlangschreitet, das Herzstück der Hochzeit. Wer Angst hat, dass dieser Moment durch einen First Look an Magie verliert, sollte bei der Tradition bleiben. (Spoiler: Er ist meistens trotzdem magisch, aber das Gefühl ist ein anderes.)
2. Früheres Fertigsein
Ein First Look bedeutet, dass das „Getting Ready“ früher abgeschlossen sein muss. Wenn ihr ohnehin keine Frühaufsteher seid, könnte das den Morgen etwas stressiger machen.
3. Die Logistik
Wir brauchen einen ungestörten Ort an eurer Location. Wenn alle Gäste bereits auf dem Gelände herumlaufen, müssen wir ein bisschen „Agenten-Arbeit“ leisten, damit ihr euch nicht zufällig über den Weg lauft.
Die Entscheidungshilfe: Ein kleiner Vergleich
| Fokus | First Look | Klassischer Einzug |
| Vibe | Intim, ruhig, privat | Traditionell, feierlich, publik |
| Fotos | Viele Nahaufnahmen der Reaktion | Fokus auf den Gang & die Gäste |
| Zeitplan | Mehr Zeit für Gäste nach der Trauung | Klassischer Ablauf mit Shooting später |
| Nervosität | Sinkt nach dem Treffen | Steigt bis zum Ja-Wort an |
Mein Fazit als Fotograf
Es gibt kein Richtig oder Falsch. Wenn ihr euch unwohl bei dem Gedanken fühlt, eure emotionalste Reaktion vor einer großen Gruppe zu zeigen, ist der First Look ein Segen. Wenn ihr von dem einen Moment träumt, in dem die Türen der Kirche aufgehen, dann bleibt bei der Tradition.
Egal wie ihr euch entscheidet: Ich fange die Tränen und das Lächeln so oder so ein.